„Ich war nie ein Nazi !“

Holocaustgedenktag 2017

Hat die Bundesrepublik, wie viele Politiker konstatieren, aus der nationalsozialistischen Vergangenheit gelernt? Ist aus dieser Vergangenheit ein gelungenes Aufarbeitungsmodell entstanden, dass wir nahezu freudig der Gegenwart und vor allem der Zukunft präsentieren können? Oder sprach sich ein großer Teil der deutschen Gesellschaft frei und startete mit der Lüge „Ich war nie ein Nazi“? Noch bis weit über die Ära Adenauer hinaus, haben viele Deutsche ihre Begeisterung und ihre Taten, aber auch ihre Feigheit vor Hitler und dem NS Staat verdrängt und verleugnet. Nahtlos knüpfte eine Nazi-Elite, insbesondere in der Justiz und der Verwaltung, an ihre früheren Karrieren an und prägten die politische Kultur der Bundesrepublik bis heute. Heutige Nazis sind keine Spinner (Joachim Gauck), sie sind eine Gefahr für die Zukunft und dies nicht nur in der BRD.

Wir wollen daran erinnern, wie ein Mann im Geiste von Sekundärtugenden wie Pflichtbewusstsein, Gehorsam, Sauberkeit, Ordnung und Kinderliebe täglich im KZ Auschwitz tausende Menschen ermorden ließ. Wir zeigen den Spielfilm „Aus einem deutschen Leben“, der auf den Lebenserinnerungen von Rudolf Höß basiert. Holocaustleugner, auch aus den Reihen der „Alternative für Deutschland“, beziehen sich auf die Autobiografie des Rudolf Höß und lassen sie unglaubwürdig erscheinen.

In der Regie von Theodor Kotulla, mit Götz George als Rudolf Höß, Elisabeth Schwarz, Hans Korte und Peter Franke präsentiert dieser Film „Aus einem deutschen Leben“ die „Normalität“ des Massenmords. In einer Diskussion soll an die Schwierigkeiten der Aufarbeitung der NS Verbrechen in der BRD erinnert werden. Ergänzend wird in einem Gespräch mit dem Schauspieler Peter Franke, über die Dreharbeiten und Wirkungen des Films gesprochen

„Aus einem deutschen Leben“ 145 Min, R: Theodor Kotulla, S: D mit freundlicher Unterstützung durch die Insel - Lichtspiele

TERMIN und Ort: IN VORBEREITUNG! Eintritt ist frei!